[im fluss]

je älter ich werde, desto weniger verstehe ich leute, die rauchen, trinken und sich einen dreck um ihren körper kümmern. ihn verkommen lassen. ich verstehe aber auf der anderen seite auch wiederum leute nicht, die sich im fitnesscenter zu tode quälen, aufbaupräparate nehmen und nach wegen sinnen, um immer besser auszusehen, immer mehr muskeln zu haben. ich verstehe es einfach nicht. der prozess hat vor ein paar jahren begonnen - man könnte sagen, mit dem bänderriss bzw. mit meinen kreuzschmerzen und dem unerklärbaren stechen im fuß - und er entwickelt sich immer weiter.

ich will wirklich nicht, dass es so weit geht, dass ich eine intoleranz gegen solche leute entwickele (tu ich eh nicht, weil da müsste ich ja gut die hälfte der weltbevölkerung hassen) oder auf leute, die oben genannte dinge tun, herabsehe, aber eigentlich erstaunt es mich wirklich immer mehr, was leute ihrem körper antun. dass leuten ihr körper und ihre gesundheit so völlig wurscht ist.

ja, ok, ich bin selbst keine heilige, bei gott nicht! ich esse mehr schokolade als der durchschnittsmensch, schokolade in rauen mengen, könnte man sagen. aber das ist etwas, was ich als laster akzeptiert habe und das ich versuche, in grenzen zu halten. ich esse mittlerweile meist "nur mehr" einmal täglich schokolade, was für mich (für mich!) wenig ist. und das auch kontrolliert und meist nur ein paar stück. und ich habe - man könnte schon fast tick dazu sagen - in den letzten ein, zwei jahren die angewohnheit entwickelt, darauf zu achten, dass ich fünfmal am tag obst oder gemüse esse. und lustigerweise ist das mittlerweile eine totale automatik. ich komme so gut wie jeden tag auf zumindest vier portionen. ohne anstrengung. ich trinke, abgesehen vom täglichen kakao in der früh, eigentlich nur mehr mineral oder wasser und ich verstehe schon seit längerer zeit nicht mehr, dass es leute gibt, die sich mehr oder weniger durchgehend von almdudler, cola - auch wenn es light ist - und co ernähren... nein, bitte, niemand sagt etwas gegen eine dose red bull oder cola oder so! ich finde zwar nicht, dass man es braucht, aber jeder hat seine angewohnheiten... nur: wenn jemand am tag ein bis zwei liter von dem zeug trinkt, dann kann das doch bitte nicht wirklich gesund sein, oder?

mittlerweile weiß ich jedenfalls, was mein zentrales thema - mein zentraler wert - in den letzten jahren geworden ist: gesundheit. es geht nicht um kalorien (ja, ok, natürlich tut es das manchmal, aber nur vorübergehend auf ein paar tage und nie primär!), es geht nicht um muskelaufbau per se oder um schlank sein auf biegen und brechen - es geht um GESUNDHEIT! alles, was ich mache, mache ich in erster linie nicht mehr deswegen, damit ich abnehme, sondern weil ich weiß, dass es mein körper auf dauer braucht. der körper will und muss bewegt werden, weil er sonst verkümmert. klar gibt es auch immer wieder phasen, in denen ich - meist krankheitsbedingt - nichts tue und nach denen ich mich nur mehr schwer aufraffen kann, um wieder in den rhythmus zu kommen. aber die überzeugung und das wissen, dass es der körper braucht, hilft enorm.

ich glaube nicht, dass ich fanatisch bin, denn wie gesagt: ich betreibe das ganze nicht auf biegen und brechen, ich esse weiterhin meine schokolade und ab und an auch meine berner würstl oder spareribs. aber generell habe ich mittlerweile schon die tendenz, mich automatisch für die gesündere sache zu entscheiden, wenn ich auf zwei sachen gleich viel gusto habe.

und ja: es betrifft mich, es betrifft ausschließlich mich. ich will nicht missionieren, weil du kannst sowieso niemanden bekehren, wenn derjenige (noch) nicht so weit ist. ich will auch nicht intolerant sein und sagen, selber schuld, das hast du davon, dass du figurmäßig so aussiehst bzw. so oft krank wirst, eh klar bei der art und weise wie du dein leben lebst - aber tendenzen hab ich manchmal schon. ich versuch zwar, es nicht so weit kommen zu lassen, aber innerlich liegt mir manches vereinzelt schon auf der zunge.

naja. ist eh egal. es muss eh jeder sein leben so leben wie er glaubt, dass es richtig ist. ich komme auch mit jedem tag weiter davon weg, irgendjemanden zu irgendetwas bekehren oder jemandem etwas raten zu wollen, geschweige denn druck auf jemanden auszuüben. man kann input geben, man kann einmal anregen und vielleicht auch noch ein zweites mal - aber letztendlich ist jeder seines eigenen glückes schmied. ich bin niemand, der glaubt, jemanden vor sich selbst retten zu müssen, auch wenn ich nicht sicher bin, ob das nicht vielleicht manchmal angebracht wäre, weil nicht jeder die selbstverantwortung hat, die ich für meinen teil voraussetze.

aber ja: letztendlich ist es ohnehin so, dass man nie weiß, wie man es richtig machen soll. mischt man sich ein, kommen vorwürfe, tut man es nicht, möglicherweise genauso. vielleicht ist dieses sich auf biegen und brechen nicht einmischen und jeden selbst seine entscheidungen treffen zu lassen, ganz egal wie sie ausfallen, auch nicht richtig, aber ich kann mittlerweile eigentlich gar nicht mehr anders. respekt vor dem individuum, toleranz anderer meinungen und verhaltensweisen, der glaube an die selbstverantwortung jedes einzelnen - all das ist so tief verwurzelt, dass ich eigentlich gar nicht mehr anders handeln kann. und auch nicht will. möglicherweise ist das ein fehler, aber es ist halt so. es ist eine wertefrage. toleranz vor fürsorge. selbstbestimmung vor aufoktroyieren. mein persönliches wertesystem, das sich immer mehr ausprägt. keine ahnung, ob das gut oder schlecht ist. ich denke aber, es könnte schlimmer sein.

ok, aus, das versteht vermutlich sowieso niemand, geschweige denn ist es nachvollziehbar. aber eigentlich ist es egal. es ist ein text für mich. ein festhalten. vielleicht schaut es in zehn jahren ja bereits wieder ganz anders aus, was weiß man. das leben ist ein fluss, du weißt nie was es bringt, du kannst dich nur mit situationen abfinden. leute kommen, leute gehen, umfelder wechseln, alles ist im fluss. was mir vor fünf jahren noch völlig fremd war, ist heute um einiges vertrauter. und es lebt sich auch leichter damit. weil es nichts bringt, nicht loslassen zu wollen. manchmal muss man einfach loslassen, manchmal geht es nicht anders. zumindest in der theorie weiß ich das mittlerweile.

das ist ein ganz prima text, und ich tu ihm eigentlich unrecht, wenn ich ihm nur ein, zwei sätze widme. aber ich mag den eintrag sehr.

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danke. war ziemlich viel blabla, aber es ist mich halt gerade so überkommen... ;-)

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blabla war da keins dabei..

mehr mehr mehr (du weisst ja, wie unersättlich ich sein kann..) :)

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ok, ich werd mich bemühen. so sternstunden hab ich nur leider nicht oft... (der rest der leser wird möglicherweise dafür dankbar sein.) ;-))

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last updated: 20.02.20, 04:55
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alive
ich lebe noch. auch wenn es momente gibt, in denen ich gar nicht weiß, ob ich das überhaupt will. aber ist nun mal so, also sollte ich das beste daraus machen.
by pan (25.10.19, 11:55)
ja dann tausch dich ma aus
hier is der böse wolf aber vergeß midlife eine alberne hülle für verblödunk übba blondinen unterhalteichmichnich
by kleinwolferl (22.03.15, 21:44)
turning fourty
manchmal frage ich mich, ob es etwas mit den runden geburtstagen zu tun hat. midlife crisis oder so. das letzte mal als das thema akut war und ich beschlossen habe "jetzt oder nie", war ich 29... zehn jahre ist das jetzt her. und was ist in den letzten 10 jahren...
by pan (22.03.15, 21:38)
1,70
ich mag meinen traum nicht begraben. ich weiß, ich habe derzeit ganz andere sorgen und sollte mich nicht an solchen "kleinigkeiten" aufhängen. aber für mich ist es halt keine kleinigkeit. für mich ist es - abgesehen von gesundheit natürlich - der einzige traum, den ich habe. und ich will ihn...
by pan (31.07.14, 21:01)
ich weiss nicht mehr genau, ich hatte glaube die 1 vergessen. alles gute erstmal ;o)
ich weiss nicht mehr genau, ich hatte glaube die 1 vergessen. alles gute erstmal ;o)
by don papp (02.07.14, 22:13)
liebe pan. mit bedauern lese ich eine weile deine gedanken. ich hoffe so sehr, dass das leben sich in die richtung wendet...
liebe pan. mit bedauern lese ich eine weile deine gedanken. ich hoffe so sehr, dass das leben sich in die richtung wendet die du erstrebst. das leben ist zu kurz um sich in unbill zu ergehen. lg ich glaube die alte "pan-box"geht nicht mehr...
by don papp (02.07.14, 21:19)
leben
manchmal habe ich das gefühl, dass unser leben stehen geblieben ist während das von allen anderen weitergeht. es gibt momente, sehr kurze, aber doch, in denen ich mir denke, warum gerade wir? aber das ist natürlich die vollkommen falsche frage. und dass das alles ungerecht ist, braucht man sich auch...
by pan (02.07.14, 20:40)
pension
heute wieder so eine absurde situation: mein chef, der uns eine viertelstunde lang vorjammert, dass wir, wenn wir in pension gehen, nur vierzig prozent unseres gehaltes bekommen werden. dass wir so arme schweine sind und dass wir es so beschissen erwischt haben. mein einziger gedanke war der, dass ich möchte, dass...
by pan (02.07.14, 20:26)
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