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nicht mehr ich pan, 11. Oktober 2003 um 00:14:28 MESZ
tja, da bin ich also jetzt wieder. und will erzählen, weiß aber gar nicht, wo ich eigentlich anfangen soll. der heutige abend war ein bisschen viel auf einmal, das habe ich deutlich gemerkt. ich habe probleme, das ganze zu verarbeiten. immer noch. nicht mal die lange heimfahrt von kagran nach hause hat gereicht. und ich will erzählen. es loswerden. und gleichzeitig festhalten. die rede ist natürlich von der heutigen aufstellung. es war so spektakulär wie ich es mir erhofft hatte. und gleichzeitig gar nicht. weil wenn du mitten drin bist, ist es gar nicht so wahnsinnig sensationell, wenn sich da auf einmal einer vor schmerzen weinend vor dir am boden wälzt. oder wenn jemand weint und sich weigert einen polster herzugeben. es ist einfach so. und das macht es nicht besser. weil ich es nicht erklären kann, warum es so ist. ich habe gesehen, dass kräfte am werk sind, aber ich weiß nicht, woher sie kommen und wie das gehen soll. ich merke nur, dass es funktioniert. wenngleich es ja bei mir ohnehin in, würde ich mal sagen, abgeschwächter form war. ich bin gleich bei der ersten der beiden aufstellungen rein in die mitte und habe nach ein paar minuten die kräfte gespürt: wie die muskeln in den oberschenkeln sich anspannen. wie mein fuß zuckt. wie meine hände von alleine zu wandern beginnen. wie es einen irgendwohin zieht und man nicht weiß, warum. man steht einfach nur drinnen und fühlt. geht mit der kraft. nimmt den druck wahr und gibt nach. und hat mehr als genug gelegenheit für körperkontakt... ich glaube, ich habe im ganzen letzten jahr weniger leute berührt als am heutigen abend. ich habe heute wieder einmal ganz deutlich gemerkt, dass ich wahnsinnigen respekt vor körperkontakt habe. ich bin definitiv nicht der bussi-links-bussi-rechts-typ. es ist mir, zumindest bei den meisten leuten, nicht unangenehm, aber meistens nicht so, dass ich es anstrebe. ich lasse es mir gefallen, aber ich setze null initiative. bei leuten, die mir das erste mal ein begrüßungsbussi geben, geht das von ihnen aus. und nur von ihnen. immer. nie von mir. und bei den anderen, bei denen ich schon weiß, was kommt, mache ich halt mit, aber der impuls kommt auch nicht wirklich von mir. es ist einfach nichts, was ich brauche. na und heute... der erste kontakt war mit der "großmutter", die sich vor unterleibsschmerzen windend am boden gewälzt hat. sie hat mir leid getan und außerdem musste ich ihr verzeihen. also körperkontakt. ich also am boden knieend oder besser schon fast über ihr liegend, hintern in die höhe, sie umarmt... muss blöd ausgeschaut haben, ja, sag ich auch. der nächste kontakt an den ich mich erinnere, war der zu meinem "mann". ich langsam auf ihn zu, in zeitlupe die hand ausgestreckt, er auch und so schnell konnte ich gar nicht schauen, hatte ich auch schon meinen kopf in seiner halsbeuge vergraben. dann kamen im laufe der dynamik auch noch meine beiden "töchter" dazu... wie gesagt: so viele menschen berührt wie ewig nicht. das lustige ist ja: du stehst manchmal einer person direkt gegenüber und schaust ihr einfach nur in die augen. anfangs wusste ich überhaupt nicht, was ich machen soll. aber irgendwie geht das. man steht sich gegenüber, schaut sich schweigend an und lässt sich nur von seinen gefühlen leiten. wenn man welche hat. das mit den gefühlen war nämlich seltsam. ich habe die kräfte gespürt, dass ich irgendwo stehe und spüre, dass ich mich umdrehen soll oder ein paar schritte woanders hingehen soll. oder meine arme sind einfach von alleine gewandert, rauf und runter, zum hals und zu anderen menschen. aber ich hatte jetzt nicht die wahnsinnigen gefühle dabei. natürlich hat mir die "großmutter" leid getan, als sie sich vor mir am boden gewälzt hat. wem würde das auch nicht weh tun, wenn sich jemand vor ihm am boden windet? und als einmal eine person mir gegenüber gestellt wurde, musste ich ein paar schritte zurückweichen. ich wollte einfach nur weg von ihr. aber dabei hatte ich nicht die großen gefühle wie etwa hass oder angst. ich habe in erster linie gespürt, dass mich etwas gezogen oder geschoben hat, aber weniger innen drinnen die emotionen. ich wäre dort sicher nicht heulend zusammengebrochen, vermutlich auch nicht, wenn ich eine andere rolle gespielt hätte. scheinbar gibt es schon personen, die mehr und welche weniger empfänglich sind für so etwas. überhaupt waren die gefühle teilweise merkwürdig: bevor das ganze begonnen hat, war ich aufgeregt, habe ein bisschen gezittert, haben mir die zähne geklappert. als ich dann drinnen war, war das alles weg, dafür habe ich manche muskeln gespürt. es war eine mischung aus etwas spüren und den gefühlen nachgeben und einem gleichzeitigen beoachten: du stehst da und schaust dir praktisch selber zu, was du da machst. du willst "drinnen" sein, aber denkst dir für bruchteile von sekunden, ob es nicht gerade idiotisch ausschaut, was du da machst. und dann manchmal ist dieses gefühl total weg. da spürst du nur, ich bin da, wo ich hingehöre, habe meinen kopf an seiner brust und so ist es richtig. denkst du an nichts anderes. ganz, ganz seltsam, das alles. und das wieder "rauskommen" ist auch nicht so leicht... ich habe mich beim "entrollen", also beim rausschlüpfen aus der rolle, geschüttelt, abgestreift, hände gewaschen, bin herumgegangen und alles. und war bis ca. zwanzig minuten danach noch immer "drinnen". ich wusste zwar, wie ich heiße, aber ich hätte partout nicht mehr meine eigene telefonnummer gewusst. nur mehr die von meinen eltern. meine büronummer, die ich normalerweise recht gut kann, ist nur stockend und auf raten gekommen. ich konnte mich nicht mehr an die pferde erinnern, die ich in den letzten wochen geritten bin. ich war zwar physisch präsent und habe mich unterhalten, aber gleichzeitig habe ich auf irgendwelche impulse geachtet, die mir sagen, was ich tun soll. ich bin auch nachher teilweise planlos in der gegend herumgestanden ohne das komisch zu finden. normalerweise schaut man ja, wie man steht und wie man sich gibt, automatisch. aber das war danach einige zeit völlig weg. ich habe mich "entrollt" und bin doch einfach nicht völlig rausgekommen. ich musste eine viertelstunde später nochmal ca. 10 runden joggend am balkon in der kalten luft drehen, um langsam wieder aus der rolle zu schlüpfen. und selbst dann war es nur so lala mit rückfallgefahr. gebessert hat sich das eigentlich erst, als dann die zweite aufstellung begonnen hat und ich mich nach zehn minuten dann langsam wieder auf diese konzentieren konnte. dann ging es wieder. ganz, ganz seltsam. und dann bin ich in der u-bahn heim und mochte keine zeitung lesen. musste einfach noch über alles nachdenken. und wollte reden. wollte es jemandem erzählen. aber scheinbar hatte niemand so das große bedürfnis wie ich. ich habs dann auch erzählt, aber erst nachdem ich dreimal herumgetan hatte, von wegen, ja, nein, ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, es interessiert dich eh nicht, etc. und jetzt hab ichs halbwegs verarbeitet. hoffe ich. alles in allem habe ich heute wieder einiges gelernt, ob jetzt bewusst oder unbewusst. allein schon das mit dem berühren und mit den fehlenden gefühlen bei mir habe ich gesehen. und dass es funktioniert. wohl in erster linie das. und ich habe mich in die mailingliste eingetragen, damit sie mich wieder verständigen, wenn eine aufstellung ist. wobei ich ohnehin nicht weiß, wie weit ich das gleich nochmal machen will. ich habe auch deutlich die blockade nach der ersten aufstellung gemerkt. dass ich körperlich und psychisch ausgelaugt war. dass ich einfach nicht mehr mitmachen wollte beim zweiten mal und das durch meine körpersprache sehr deutlich ausgedrückt habe. sehr im gegensatz zum ersten mal, wo ich mich körpersprachlich geradezu "darum gerissen" habe. hm, und jetzt sitze ich da und bin wieder ich und fühle mich wieder wie immer. unmittelbar als ich heimgekommen bin, war ich nämlich total ausgelaugt und einfach nur todmüde. jetzt ists wieder ok. was mich allerdings nicht davon abhalten sollte, schlafen zu gehen, weil morgen muss ich um halb neun aufstehen... also werde ich mich jetzt ausloggen. hier und geistig auch. einfach abschalten und schlafen. und froh sein, dass es mir in meinem leben relativ gut geht und ich zumindest familiär im gegensatz zu vielen leuten, relativ wenige altlasten mit mir herumschleppe. ein seltsamer abend war das heute. |
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alive
ich lebe noch. auch wenn es momente gibt, in denen ich gar nicht weiß, ob ich das überhaupt will. aber ist nun mal so, also sollte ich das beste daraus machen. by pan (25.10.19, 11:55)
ja dann tausch dich ma aus
hier is der böse wolf aber vergeß midlife eine alberne hülle für verblödunk übba blondinen unterhalteichmichnich by kleinwolferl (22.03.15, 21:44)
turning fourty
manchmal frage ich mich, ob es etwas mit den runden geburtstagen zu tun hat. midlife crisis oder so. das letzte mal als das thema akut war und ich beschlossen habe "jetzt oder nie", war ich 29... zehn jahre ist das jetzt her. und was ist in den letzten 10 jahren... by pan (22.03.15, 21:38)
1,70
ich mag meinen traum nicht begraben. ich weiß, ich habe derzeit ganz andere sorgen und sollte mich nicht an solchen "kleinigkeiten" aufhängen. aber für mich ist es halt keine kleinigkeit. für mich ist es - abgesehen von gesundheit natürlich - der einzige traum, den ich habe. und ich will ihn... by pan (31.07.14, 21:01)
ich weiss nicht mehr genau, ich hatte glaube die 1 vergessen.
alles gute erstmal ;o)
ich weiss nicht mehr genau, ich hatte glaube die 1 vergessen. alles gute erstmal ;o) by don papp (02.07.14, 22:13)
liebe pan.
mit bedauern lese ich eine weile deine gedanken.
ich hoffe so sehr, dass das leben sich in die richtung wendet...
liebe pan. mit bedauern lese ich eine weile deine gedanken. ich hoffe so sehr, dass das leben sich in die richtung wendet die du erstrebst. das leben ist zu kurz um sich in unbill zu ergehen. lg ich glaube die alte "pan-box"geht nicht mehr... by don papp (02.07.14, 21:19)
leben
manchmal habe ich das gefühl, dass unser leben stehen geblieben ist während das von allen anderen weitergeht. es gibt momente, sehr kurze, aber doch, in denen ich mir denke, warum gerade wir? aber das ist natürlich die vollkommen falsche frage. und dass das alles ungerecht ist, braucht man sich auch... by pan (02.07.14, 20:40)
pension
heute wieder so eine absurde situation: mein chef, der uns eine viertelstunde lang vorjammert, dass wir, wenn wir in pension gehen, nur vierzig prozent unseres gehaltes bekommen werden. dass wir so arme schweine sind und dass wir es so beschissen erwischt haben. mein einziger gedanke war der, dass ich möchte, dass... by pan (02.07.14, 20:26)
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