try hempfling

eins habe ich in meinem bisherigen leben gelernt: gehe mit großen erwartungen an eine sache ran und du kannst dir sicher sein, dass die sache in die hose geht. und es ist heute auch voll in die hose gegangen. was immer das auch werden sollte.

zur vorgeschichte: ich lese seit fast einer woche ein buch von einem... hm ja... pferdeflüsterer mag er nicht... pferdeschamane, glaube ich, nennt er sich. einer, der eine zeit lang eine ähnliche hysterie wie monty roberts ausgelöst hat jedenfalls. einer, der nachweislich wirklich einen draht zu pferden hat. er befasst sich mit einem pferd und nach oft nur wenigen minuten ist das pferd ein komplett anderes. davon gibt es fotodokumente und videos, das stimmt auf jeden fall. bzw. hat er auch genug livevorführungen gemacht. er jedenfalls ist der ansicht, dass diese sache jeder lernen kann. dieses kommunizieren mit dem pferd. das pferd, dein bester freund. ein pferd, das du ohne sattel und zügel reiten kannst, das auf dich rücksicht nimmt und dich respektiert. kurz: der stoff aus dem die träume sind. davon träumt wohl jeder, der näher mit pferden zu tun hat. die mehrheit kann davon jedoch auch nur träumen.

problematischerweise ist der schlüssel zu dieser sache für den durchschnittsmenschen nicht greifbar. es werden nämlich keinerlei konkrete anweisungen gegeben, wie man so ein verhältnis zu seinem pferd aufbaut. also ja, sicher, es werden anweisungen gegeben und ich glaube schon, dass er sich wirklich bemüht hat, das wiederzugeben, was er spürt, wenn er mit den pferden beisammen ist. aber dem durchschnittsmenschen hilft diese fast schon esoterische schiene (Sei um Klarheit bemüht. Ertrage das Chaos. Erkenne dich selbst und erkenne dein Pferd etc.) leider nicht viel.

ich muss zugeben, mir hat das buch sehr getaugt, weil es, wie gesagt, mindestens genauso auf lebensweisheit und erkenntnis ist wie auf pferdeverstehen - aber: für den besseren umgang mit einem pferd hilft das buch nur sehr sehr bedingt. das ist zumindest das, was ich heute definitiv am eigenen leib erfahren habe und auch viele andere personen sagen.

nichtsdestotrotz - ich heute voller elan in den reitstall: ich ruhe in meiner mitte. ich respektiere mein pferd. ich werde nur das tun, was es mich tun lässt. ich bin eins mit dem universum. oder so. oder auch nicht. faktum war jedenfalls, dass mir mein pferd was gesch***en hat. so nach dem motto, was willst du eigentlich von mir, gib mir ein leckerli oder verschwinde!

gut, es funktioniert nicht. also der nächste versuch: wir reiten mit einem bare-back-pad, einem mittelding zwischen sattel und decke. eine art ohne sattel reiten mit griff. oder so. fazit von dem ganzen war, dass ich ca. 5 minuten mit diesem pad geritten bin, dann abgesessen bin, das pferd genommen und in den stall geführt habe, weil es einfach nicht machbar war. nicht wegen dem pad, aber wegen dem wind. wenn du dich nämlich ohne steigbügel und gescheiten sattel auf ein völlig überdrehtes pferd setzt, das beim kleinsten nichts zur seite hüpft und im galopp davonstürmt, dann zeugt das nicht gerade von großer intelligenz. sowas macht nur jemand, der entweder sehr mutig oder sehr dumm ist. und heute wollte ich nicht mutig sein, zumal mein fuß vom letzten sturz vor drei wochen noch immer geschwollen ist. normalerweise würde ich echt nie vom pferd absteigen und dem pferd seinen willen lassen, weil sonst macht es das gleiche ja beim nächsten mal wieder. aber heute hab ich mir echt gedacht, ich bin ja nicht lebensmüde, das zahlt sich gar nicht aus. vor allem, weil es wirklich am wind lag, dass er so spinnert war.

das longieren - erster versuch - ging dafür überraschend gut, geradezu sehr gut. nur mit stallhalfter und ohne gerte hat er wirklich alles gemacht, was ich von ihm wollte. zum schluss hatte ich dann auch noch mein erfolgserlebnis, nämlich als ich mit ca. einem halben meter abstand neben dem pferd ein paar runden um die bahn gegangen bin und er total auf mich reagiert hat. ich brauchte nur stehenzubleiben ohne die longe auch nur irgendwie kürzer zu nehmen und er ist auch stehengeblieben. ich mache einen schritt und er macht auch einen. ich trabe, er trabt mit. ohne irgendeine auffordeurng meinerseits. einfach so, einfach weil ich getrabt bin. zumindest sofern ich ihm nicht zu langsam gelaufen bin und er mein tempo mühelos auch im schritt halten konnte. :-) und alles immer exakt im gleichen abstand. wirklich brav.

so hat der tag also doch noch einen guten ausklang gefunden und ich bin zumindest nicht ganz frustriert heimgekehrt. eine lehre bleibt mir aber doch: hüte dich vor überspannten erwartungen, insbesondere vor jenen, die schon von vornherein nicht sehr realistisch sind.




 
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last updated: 20.02.20, 04:55
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ich weiss nicht mehr genau, ich hatte glaube die 1 vergessen. alles gute erstmal ;o)
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liebe pan. mit bedauern lese ich eine weile deine gedanken. ich hoffe so sehr, dass das leben sich in die richtung wendet...
liebe pan. mit bedauern lese ich eine weile deine gedanken. ich hoffe so sehr, dass das leben sich in die richtung wendet die du erstrebst. das leben ist zu kurz um sich in unbill zu ergehen. lg ich glaube die alte "pan-box"geht nicht mehr...
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