Donnerstag, 22. Dezember 2005

seltsam

anderen personen freude zu machen. weil es teilweise auch wirklich sehr einfach ist. eine dreizeilige mail, eine nette bemerkung, ein anruf, was auch immer. auf jeden fall merkt man, dass die leute sich freuen. einerseits ist es uneigennützig, andererseits bekommt man dabei selbst viel an positiver energie zurück. gerade im moment merke ich das ziemlich stark.

ich weiß nicht, ob das alles mit dem universums-zeug zusammenhängt, ob es mir derzeit deshalb so gut geht, ob ich mir vielleicht auch deshalb dinge, die tendenziell negativ sind - und sei es nur, einen kaugummi auf die straße statt in den nächsten mistkübel zu spucken - eher verkneife, aber faktum ist: es läuft. weil ich im moment offenbar die ansicht verinnerlicht habe, dass alles positive wieder zu mir zurückkommt - und alles negative ebenso. und aus diesem blickwinkel macht es natürlich mehr sinn, positiv zu leben als negativ, auch klar.

es ist eigentlich nicht unbedingt die angst vor strafe, die mich von schlechten sachen abhält, sondern ich hab derzeit einfach das bedürfnis, mich lieber gut zu verhalten als schlecht, lieber jemandem eine freude zu machen, selbst wenn mich der andere geärgert hat und damit sachen aus der welt zu schaffen, als dem anderen etwas nachzutragen. so blöd und so komisch das auch klingt. ich hoffe, es liegt nicht nur daran, dass bald weihnachten ist, aber ich glaube nicht, weil wirklich in weihnachtsstimmung bin ich eh nicht. eigentlich ist mir weihnachten fast egal. ich glaube eher, es sind die bücher bzw. das internet, die diese einstellung/sichtweise derzeit fördern.

und gleichzeitig komme ich mir blöd vor, weil ich mir denke, jetzt schnappe ich wirklich schon über, weil niemand kann immerzu gut sein (bin ich ja eh auch nicht, keine sorge). gerade ich, die ich zur kirche und zu gott sowieso ein sehr zwiespältiges bzw. ablehnendes verhältnis habe, bin da erst recht misstrauisch. das lustige ist aber, dass es trotzdem funktioniert. dass derzeit eher das bedürfnis da ist, mich mit positiven sachen zu umgeben und anderen menschen etwas gutes zu tun als mich über irgendetwas zu ärgern. dass ich mich trotzdem immer noch oft genug über etwas ärgere, sieht man ohnehin exemplarisch am gestrigen eintrag... von einer heiligen bin ich also noch sehr weit entfernt, was mich wiederum etwas beruhigt. aber eigentlich will ich mich nicht ärgern oder wütend sein, weil eigentlich finde ich ärger sinnlos und lähmend. hassgefühle sowieso.

es ist mir schon klar, dass ich nicht alle negativen gefühle aus meinem leben ausschließen kann, das kann niemand und das will ich auch gar nicht. aber ich muss zumindest nicht voll drauf einsteigen. hab ich sowieso nie getan, weil ich bin an sich eh die erste, die leute vor anderen wie vor sich selbst verteidigt und schaut, was die hintergründe für deren verhalten sein könnten. ich habe halt nur im laufe der letzten monate die einstellung entwickelt, dass negative gefühle nicht wirklich viel bringen. einem selbst nicht und den anderen auch nicht. und wenn ich sie daher irgendwie reduzieren kann, sei es, dass ich missverständnisse aufkläre, mit den leuten rede oder ihnen etwas gutes tue, dann mache ich das. einfach so. ohne das erwarten einer gegenleistung. die habe ich mir auch sonst nie erwartet (de facto bin ich ja eh ein gegner von "eine hand wäscht die andere"), aber im moment hab ich noch viel weniger das bedürfnis danach.

eigentlich ist mir das ganze ja fast selbst suspekt. dieser momentane drang, zu anderen nett zu sein. gerade, weil ich an sich eh schon von haus aus halbwegs umgänglich und verträglich bin. eigentlich mache ich derzeit genau das, was die christliche kirche immer predigt, von wegen nächstenliebe, verzeihen, blablabla - jene kirche, mit der ich nichts am hut habe, deshalb ist mir der derzeitige drang wohl noch suspekter. möglicherweise schlägt auch derzeit einfach nur die keule voll zu: die lebensweisheiten aus yoga, karate und den universums-theorien, möglicherweise ist das in kumulation einfach zuviel.

andererseits: was solls? wenn es mir und anderen nützt - und das tut es - warum, soll es nicht so bleiben wie es derzeit ist? so lange es eben geht. weil dass es nicht immer so bleiben wird, insbesondere nicht jede minute und jede sekunde am tag, das ist mir schon klar, davon zeugt nicht zuletzt mein frust gestern abend. aber eben solange es möglich ist. ich bin mir nicht sicher, ob es lebenszweck genug ist, zu sagen, dass zumindest meine unmittelbare umgebung durch mich und mein leben eine bereicherung erfahren soll, aber wenn das eine oder andere nette wort einen unterschied macht - warum soll ich es nicht sagen? warum nicht versuchen, anderen etwas zu geben, wenn es mich selbst nicht schädigt?

gut, wurscht, ich glaube, ich verschiebe die weiteren gedanken zu diesem thema. weil irgendwie nimmt das kein ende. und irgendwie frage ich mich ja selber, ob ich gerade dabei bin, überzuschnappen. vielleicht wirklich deshalb, weil ich mit christentum und nächstenliebe als schlagworten nicht viel am hut habe.

ok, wir arbeiten weiter. oder tun zumindest so als ob.

gedankenfluss ende.

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nett

es gibt tage, an denen frage ich mich schon, warum ich eigentlich immer lieb und nett zu den leuten bin, während andere leute sich das recht herausnehmen, zu agieren, wie es ihnen gerade in den sinn kommt.

ja, ok, ich bin weiß gott keine heilige und alle anderen sind nicht durch die bank schlecht - aber es gibt schon leute, die nehmen sich kein blatt vor den mund, schauen einen bei einem einzigen satz, der ihnen in die falsche kehle kommt, gleich weiß gott wie an bzw. attackieren einen gleich und agieren ganz allgemein so, dass es, wenn der andere nicht zurückstecken würde, zum streit käme.

und mir kommt es halt so vor, als ob ich immer diejenige wäre, die zurücksteckt. immer noch. immer noch nach so vielen verdammten jahren! weil ich einfach keinen streit will, insbesondere nicht mit kollegen, die einem das dann wochen- und monatelang nachtragen. weil ich vorsichtig bin und erst einmal hinterfrage, was der andere überhaupt meint und ob ich es nicht vielleicht nur falsch verstanden haben könnte. weil ich mich selbst permanent in frage stelle und mich frage, ob der fehler nicht vielleicht auch bei mir liegt. weil ich versuche, sachen ohne anschuldigungen auszudiskutieren. weil ich teilweise vorsichtig formuliere, um niemanden zu verletzen. weil ich niemanden vor den kopf stoßen oder ihm weh tun will. weil ich im großen und ganzen einfach nett bin. und genau das fäult mich derzeit ein bisschen an.

wie gesagt: ich kann es manchmal auch ganz schön. ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich mich selbst zum partner haben wollte. ich kann im spaß manchmal ziemlich arge bemerkungen machen, die der andere allerdings dann auch als spaß versteht. aber an sich bin ich jemand, der im grunde auf harmonie bedacht ist, der, wenn es nicht sein muss, keinen steit vom zaun bricht. insbesondere bei "fremden". und fremd ist für mich alles, was nicht der eigene partner ist. letzteren muss man bei den aussagen "nett" und "friedfertig" nämlich außen vor lassen. mein verhalten dem partner in einer beziehung oder beziehungsähnlichen geschichte gegenüber ist nämlich nicht unbedingt repräsentativ für mein verhalten gegenüber sämtlichen leuten sonst, so traurig das vielleicht auch ist. einen partner fasse ich nämlich nicht permanent mit samthandschuhen an, alle anderen dagegen so gut wie immer, insbesondere dann, wenn sie mir nichts getan haben.

und im moment fäult mich das ziemlich an. weil es im endeffekt oft genug darauf hinausläuft, dass ich mir denke, was solls, das ist es doch gar nicht wert - und zurückstecke, nach dem motto "der klügere gibt nach". ich frage mich derzeit nur trotzdem, warum ich das tue. warum ich leute, die mich angreifen, nicht ebenfalls sofort attackiere, sondern so gut wie immer einen gang zurückschalte und trotzdem noch nett bin und so tue, wie wenn ich ihren ton nicht hören würde. meist ändert sich der ton dann ohnehin sofort, nämlich ab dem moment, wo von mir kein gegenangriff kommt und man kann ruhig miteinander reden. ich frage mich aber trotzdem, warum immer ich die vernünftige sein soll. warum immer ich die basis für ein normales gespräch schaffen soll. warum immer ich die scheinbar schwächere sein soll, die sich zurücknimmt.

wahrscheinlich sollte ich mir diese fragen nicht nur stellen, sondern sie auch einmal beantworten. weil irgendwo muss für mich ja ein gewinn bei diesem verhalten sein, weil sonst würde ich es ja ändern. natürlich hat man einen gewinn davon, wenn man nett und freundlich ist und daher von den leuten gemocht wird. andererseits geht das genauso natürlich auf kosten des respekts. nämlich deshalb, weil manche leute dann glauben, dass sie, nur weil man nett ist, alles mit einem machen können. was aber definitiv ein trugschluss ist, zumindest in meinem fall.

wie auch immer: es fäult mich derzeit wirklich einfach nur an. und das nicht erst seit heute. so sehr, dass ich möglicherweise mein verhalten ändern sollte. was dann wohl, wenn es hart auf hart geht, auf kosten des betriebsklimas geht... und das ist etwas, was ich eigentlich nicht will. andererseits frage ich mich, warum ich mich um das betriebsklima kümmern soll, wenn es dem anderen offensichtlich ohnehin wurscht ist. möglicherweise sollte es mir dann auch egal sein. und in gerade diesem moment ist es das sogar.

ich mag nicht immer lieb sein. ich mag nicht immer nett sein. ich mag nicht immer freundlich sein. weil: warum immer ich?

eben.

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alive
ich lebe noch. auch wenn es momente gibt, in denen ich gar nicht weiß, ob ich das überhaupt will. aber ist nun mal so, also sollte ich das beste daraus machen.
by pan (25.10.19, 11:55)
ja dann tausch dich ma aus
hier is der böse wolf aber vergeß midlife eine alberne hülle für verblödunk übba blondinen unterhalteichmichnich
by kleinwolferl (22.03.15, 21:44)
turning fourty
manchmal frage ich mich, ob es etwas mit den runden geburtstagen zu tun hat. midlife crisis oder so. das letzte mal als das thema akut war und ich beschlossen habe "jetzt oder nie", war ich 29... zehn jahre ist das jetzt her. und was ist in den letzten 10 jahren...
by pan (22.03.15, 21:38)
1,70
ich mag meinen traum nicht begraben. ich weiß, ich habe derzeit ganz andere sorgen und sollte mich nicht an solchen "kleinigkeiten" aufhängen. aber für mich ist es halt keine kleinigkeit. für mich ist es - abgesehen von gesundheit natürlich - der einzige traum, den ich habe. und ich will ihn...
by pan (31.07.14, 21:01)
ich weiss nicht mehr genau, ich hatte glaube die 1 vergessen. alles gute erstmal ;o)
ich weiss nicht mehr genau, ich hatte glaube die 1 vergessen. alles gute erstmal ;o)
by don papp (02.07.14, 22:13)
liebe pan. mit bedauern lese ich eine weile deine gedanken. ich hoffe so sehr, dass das leben sich in die richtung wendet...
liebe pan. mit bedauern lese ich eine weile deine gedanken. ich hoffe so sehr, dass das leben sich in die richtung wendet die du erstrebst. das leben ist zu kurz um sich in unbill zu ergehen. lg ich glaube die alte "pan-box"geht nicht mehr...
by don papp (02.07.14, 21:19)
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manchmal habe ich das gefühl, dass unser leben stehen geblieben ist während das von allen anderen weitergeht. es gibt momente, sehr kurze, aber doch, in denen ich mir denke, warum gerade wir? aber das ist natürlich die vollkommen falsche frage. und dass das alles ungerecht ist, braucht man sich auch...
by pan (02.07.14, 20:40)
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heute wieder so eine absurde situation: mein chef, der uns eine viertelstunde lang vorjammert, dass wir, wenn wir in pension gehen, nur vierzig prozent unseres gehaltes bekommen werden. dass wir so arme schweine sind und dass wir es so beschissen erwischt haben. mein einziger gedanke war der, dass ich möchte, dass...
by pan (02.07.14, 20:26)
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