auf leben und tod

ich habe gerade mit meiner mutter ein gespräch gehabt. über gott und die welt, das leben, die sünden und so weiter und so fort. und darüber, was alles sein kann. dass man ein krüppel sein kann. dass das eigene kind vor einem sterben kann. dass man alzheimer bekommen und nur mehr dahinvegetieren kann. etc. alles nicht lustig. wenn man so über die dinge nachdenkt, dann bekommt man ohnehin die gänsehaut. es gibt sachen, die ich mir nicht vorstellen kann, geschweige denn will. und es ist vermutlich auch nicht sinnvoll, das zu tun, weil man belastet sich damit nur unnötig selbst. vor allem wird man gottseidank ohnehin nicht in die meisten situationen kommen - und wenn, dann muss man sich eh dann damit auseinandersetzen.

trotzdem gibt es so sachen, mit denen man sich früher oder später beschäftigen muss. mit dem tod zum beispiel. irgendwie ist der tod noch weit weg. noch sehr weit. andererseits ist er ganz nah. ich hätte schon mindestens zweimal tot sein können. beide male beim autofahren. einmal als mich ein lkw gerammt hat und ich das glück hatte, dass er mich nicht in einem rechten oder spitzen winkel, sondern mehr oder weniger fast parallel erwischt hat. und ein anderes mal als ich wirklich um haaresbreite nicht mit einer straßenbahn kollidiert bin. die haaresbreite war reiner zufall, weil ich hätte genausogut in der straßenbahn drinnen sein können. ich hatte sie einfach nicht gesehen. der tod war nur bruchteile von sekunden weg.

heute war es ganz seltsam. ich saß in der u-bahn und mir gegenüber saß ein kleiner bub. und ich dachte, dass ein kind zu haben etwas schönes sein muss. und im nächsten moment durchzuckte es mich, dass der kleine bub vielleicht schon morgen tot wäre. von der straßenbahn überfahren. irgendwo runtergefallen oder sonstwas. so völlig blöd. und gleichzeitig hatte ich ein schlechtes gewissen. aber es geht manchmal einfach so verdammt schnell. nur hilft es nicht, das zu wissen, weil dem einen passiert etwas, dem anderen nicht. wahrscheinlich kann man eh nur sagen, wenn es einem vorherbestimmt ist, passiert es. die konsequenz kann eigentlich ohnehin nur sein, jeden tag so gut wie möglich zu leben. womit mein nächstes problem beginnt. mein eigentliches problem.

weil was ist richtig? wie soll man sein leben leben? was ist richtig, was ist falsch? was ist, wenn ich heute jemanden anschnauze, weil ich schlecht drauf bin und gerade das den ausschlag gibt, dass derjenige sich umbringt? bin ich dann ein schlechter mensch? hätte ich mehr auf den anderen eingehen und weniger egoistisch sein sollen? was ist, wenn ich jemanden betrüge und er merkt es sein ganzes leben lang nicht und auch sonst merkt es niemand? habe ich dann jemandem geschadet? kann ich es also machen, wenn mir nie irgendjemand draufkommt? soll man einfach sagen, das leben ist viel zu kurz, um sich gedanken zu machen und moralische bedenken hinten anstellen? ist es ein ziel im leben, zu anderen menschen freundlich zu sein? ist das der sinn, warum wir leben? und wenn: wenn ich immer lieb bin, bin doch auf der anderen seite ich der idiot, wenn ich immer nachgebe, alles verstehe, alles verzeihe, oder nicht? kann es das sein?

und letztendlich bleibt da natürlich noch die frage: was wäre, wenn ich nur noch - hausnummer - sechs monate zu leben hätte, würde ich etwas ändern oder würde ich einfach weiter so leben wie bisher? und ich weiß nicht mal darauf eine antwort. der tod ist einfach noch zu weit weg. ich kann mir nur schwer vorstellen, beispielsweise 90 zu sein und zu wissen, dass ich den nächsten tag nicht mehr erleben könnte. irgendwie fehlt dieses bewusstsein. noch. und in den momenten, in denen es greifbar ist, macht es mir angst. vielleicht gar nicht unbedingt, weil ich vor dem tod selbst angst habe. sondern vielleicht weil ich angst davor habe, was danach ist.

es gab zeiten, da hatte ich zum tod - nicht zuletzt dank elisabeth kübler-ross - eine relativ gute beziehung. heute habe ich mehr angst als damals. dabei kann man es ohnehin nur so nehmen wie es kommt. man kann nur darauf vertrauen, dass alles, was kommt richtig ist und einen sinn hat, auch wenn man ihn nicht versteht. falls man das kann.

und trotzdem: das leben macht für mich keinen sinn. noch immer nicht. dieses einfach so vor sich hin leben kann es ja auch nicht sein! oder? oder doch? bei manchen leuten - mutter theresa etwa - kann man sich ja noch vorstellen, dass deren leben einen sinn macht. aber meins? wo sollte da der sinn sein? dass ich anderen menschen freude mache? ein kind in die welt setze? mich weiterentwickle, obwohl ich mit meinem menschlichen verstand nicht einmal erfassen kann, wohin?

ich bin verwirrt. und nicht zum ersten mal.

es gibt fragen, die braucht man sich eigentlich nicht stellen. welche ist schwierig herauszufinden.

und du bist noch katholischer erzogen als ich, wies scheint ;)

und das mit der creme würd ich lassen, ja

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ich bin katholischer als du? aso, katholischer erzogen. das stimmt. katholische privatschule. volks- wie gym. aber schon weltliche lehrer. allerdings hab ich trotz allem keinen blassen schimmer von der bibel. meine mutter fragte am mittwoch, warum ich noch nicht aus der kirche ausgetreten bin, wo ich doch eh null religiös sei...

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mein weltlicher klassenvorstand durfte aus der bibel nicht predigen, weil er für latein und deutsch zuständig war. da hat er den leuten eine zeit lang die schulbücher an den kopf geworfen und nachher der reihe nach für uns gebetet und weil er nicht immer beten durfte, mussten wir ein jahr lang den kleinen prinzen durchnehmen und was von moral lernen..

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puh. klingt auch irgendwie leicht gestört...

oft sind ja die leute in klosterschulen ja noch ärger als andere. in meiner volksschule gab es eine klosterschwester, die die kinder an den haaren gepackt und geschüttelt und einem von ihnen sogar einen zahn ausgeschlagen hat...

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alive
ich lebe noch. auch wenn es momente gibt, in denen ich gar nicht weiß, ob ich das überhaupt will. aber ist nun mal so, also sollte ich das beste daraus machen.
by pan (25.10.19, 11:55)
ja dann tausch dich ma aus
hier is der böse wolf aber vergeß midlife eine alberne hülle für verblödunk übba blondinen unterhalteichmichnich
by kleinwolferl (22.03.15, 21:44)
turning fourty
manchmal frage ich mich, ob es etwas mit den runden geburtstagen zu tun hat. midlife crisis oder so. das letzte mal als das thema akut war und ich beschlossen habe "jetzt oder nie", war ich 29... zehn jahre ist das jetzt her. und was ist in den letzten 10 jahren...
by pan (22.03.15, 21:38)
1,70
ich mag meinen traum nicht begraben. ich weiß, ich habe derzeit ganz andere sorgen und sollte mich nicht an solchen "kleinigkeiten" aufhängen. aber für mich ist es halt keine kleinigkeit. für mich ist es - abgesehen von gesundheit natürlich - der einzige traum, den ich habe. und ich will ihn...
by pan (31.07.14, 21:01)
ich weiss nicht mehr genau, ich hatte glaube die 1 vergessen. alles gute erstmal ;o)
ich weiss nicht mehr genau, ich hatte glaube die 1 vergessen. alles gute erstmal ;o)
by don papp (02.07.14, 22:13)
liebe pan. mit bedauern lese ich eine weile deine gedanken. ich hoffe so sehr, dass das leben sich in die richtung wendet...
liebe pan. mit bedauern lese ich eine weile deine gedanken. ich hoffe so sehr, dass das leben sich in die richtung wendet die du erstrebst. das leben ist zu kurz um sich in unbill zu ergehen. lg ich glaube die alte "pan-box"geht nicht mehr...
by don papp (02.07.14, 21:19)
leben
manchmal habe ich das gefühl, dass unser leben stehen geblieben ist während das von allen anderen weitergeht. es gibt momente, sehr kurze, aber doch, in denen ich mir denke, warum gerade wir? aber das ist natürlich die vollkommen falsche frage. und dass das alles ungerecht ist, braucht man sich auch...
by pan (02.07.14, 20:40)
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heute wieder so eine absurde situation: mein chef, der uns eine viertelstunde lang vorjammert, dass wir, wenn wir in pension gehen, nur vierzig prozent unseres gehaltes bekommen werden. dass wir so arme schweine sind und dass wir es so beschissen erwischt haben. mein einziger gedanke war der, dass ich möchte, dass...
by pan (02.07.14, 20:26)
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